Die Slawenburg Raddusch

Der Abbau der Braunkohle im Lausitzer Revier führte zu einem großen Erkenntnisgewinn unserer kulturhistorischen Entwicklung, aber auch zur unwiederbringlichen Zerstörung von Lebensraum und Kulturgut. Wer sind wir und wo kommen wir her? Welchen Traditionen folgen wir bewusst oder unbewusst noch heute? Archäologische Grabungen verdeutlichen heute, wie die Kulturlandschaft der Lausitz über Jahrtausende geprägt wurde.

Es konnte geklärt werden, dass die slawischen Rundwälle (9./10. Jh. n. Chr.) mithilfe einer Holzrostkonstruktion erbaut wurden und von einem Graben umgeben wurde. Dieser entstand durch den Erdaushub für das Auffüllen der Rostkonstruktion. Der Durchmesser der originalen Slawenburg Raddusch betrug innen 38 m und außen 58 m. Die Burg war von einem ca. 5,5 Meter breiten Sohlgraben umgeben. Durch zwei Tunneltore gelangte man in das Innere des 7 Meter hohen Walls. Im Burghof befanden sich 4 hölzerne Brunnen, von denen einer nahezu 14 Meter tief war. In diesem Brunnen fand man im Zuge der Ausgrabung vielerlei Dinge, die heute in der faszinierenden Brunnenvitrine dargestellt werden. Im Innenhof der Burg wurden Gebäudestrukturen festgestellt, welche vor allem als Speicher und Lager genutzt wurden.

Die zu der Slawenburg Raddusch gehörige Siedlung befand sich in unmittelbarer Nähe vor der Burg, die allerdings nicht mehr rekonstruiert werden konnte.